Der Mond
Der Mond ist unser nächster Nachbar im All und das dankbarste Ziel für jedes Teleskop. Schon mit kleiner Optik zeigen sich Krater, Gebirge und die großen dunklen Ebenen, die Mare. Weil Licht und Schatten jeden Abend anders fallen, sieht er nie zweimal gleich aus.
Steckbrief
Meine Mondbilder
2 Fotos. Antippen zum Vergrößern.
Die Mondphasen
Der Mond leuchtet nicht selbst, er wird von der Sonne angestrahlt. Je nachdem, wo er auf seiner Bahn steht, sehen wir mehr oder weniger von seiner beleuchteten Hälfte. Schieb den Regler oder lass dir die ungefähre Phase von heute anzeigen.
Erstes Viertel
Die rechte Hälfte leuchtet. Entlang der Schattengrenze werfen Krater und Berge lange Schatten. Ideal für Fotos mit viel Struktur.
Lohnende Ziele auf dem Mond
Am meisten Details zeigt der Mond entlang der Schattengrenze, dem Terminator. Dort steht die Sonne flach, und selbst kleine Krater werfen lange Schatten. Diese Ziele schaue ich mir am liebsten an:
Mare Tranquillitatis
Meer der Ruhe, ca. 870 km
Hier landete Apollo 11 am 20. Juli 1969. Die Landestelle selbst zeigt kein Teleskop der Erde, das Mare aber sieht man schon mit bloßem Auge.
Kopernikus
Krater, 93 km
Der „Monarch des Mondes“ mit terrassierten Wänden und Zentralbergen. Am schönsten ein bis zwei Tage nach dem ersten Viertel.
Tycho
Krater, 86 km
Ein junger Krater, gut 100 Millionen Jahre alt. Bei Vollmond ziehen seine hellen Strahlen über die halbe Mondscheibe.
Clavius
Krater, 225 km
Einer der größten Krater der Vorderseite, mit einem Bogen kleinerer Krater im Inneren. Gut zu sehen um das erste Viertel.
Plato
Krater, 101 km
Sein Boden ist mit dunkler Lava gefüllt und wirkt wie ein glatter, schwarzer Teich am Nordrand des Mare Imbrium.
Mare Crisium
Meer der Gefahren, ca. 550 km
Ein abgeschlossenes, ovales Becken am Ostrand. Schon drei, vier Tage nach Neumond gut zu erkennen.
Regenbogenbucht
Sinus Iridum, ca. 240 km
Liegt die Schattengrenze genau hier, leuchten die Gipfel am Rand wie ein goldener Henkel aus der Dunkelheit.
Mondapenninen
Gebirge, ca. 600 km lang
Gipfel bis rund 5.000 m Höhe am Rand des Mare Imbrium. Zum ersten Viertel werfen sie eindrucksvolle Schatten.
Wie der Mond entstand
Die meisten Forschenden gehen davon aus, dass vor rund 4,5 Milliarden Jahren ein etwa marsgroßer Himmelskörper, oft Theia genannt, mit der jungen Erde zusammenstieß. Aus den herausgeschleuderten Trümmern formte sich der Mond. Die dunklen Mare sind riesige Einschlagbecken, die später mit Lava vollliefen und erstarrten.
Der Mensch und der Mond
Der Blick durchs Fernrohr
Galileo Galilei richtet als einer der Ersten ein Fernrohr auf den Mond und entdeckt Berge, Täler und Krater.
Die Rückseite
Die sowjetische Sonde Luna 3 fotografiert zum ersten Mal die Seite, die wir von der Erde aus nie sehen.
Apollo 11
Am 20. Juli betreten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond, im Mare Tranquillitatis.
Apollo 17
Die bisher letzte Landung von Menschen. Insgesamt zwölf Astronauten sind auf dem Mond gelaufen.
Chang’e 4
Chinas Sonde landet als erste weich auf der Rückseite des Mondes.
Chang’e 6
Zum ersten Mal kommen Gesteinsproben von der Mondrückseite zur Erde.
Artemis II
Im April umrunden Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen den Mond und reisen dabei weiter von der Erde weg als je Menschen zuvor.
Mondfinsternisse
Bei einer Mondfinsternis wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde und färbt sich oft kupferrot, deshalb spricht man auch vom Blutmond. Anders als bei der Sonne darf man dabei ganz ohne Filter hinschauen.
31. Dezember 2028
Totale Mondfinsternis an Silvester. Die Totalität beginnt kurz nach Mondaufgang und ist bei klarem Himmel in Deutschland gut zu sehen.
20. Dezember 2029
Totale Mondfinsternis hoch am Abendhimmel. Bei uns perfekt zu beobachten.
Irrtümer über den Mond
Der Mond hat eine dunkle Seite.
FalschWir sehen zwar immer dieselbe Seite, die Rückseite bekommt aber genauso viel Sonnenlicht. Bei Neumond ist sie sogar voll beleuchtet.
Der Mond dreht sich nicht.
FalschEr dreht sich genau einmal pro Umlauf um sich selbst. Diese gebundene Rotation sorgt dafür, dass er uns immer dasselbe Gesicht zeigt.
Am Horizont ist der Mond größer.
FalschDas ist eine Täuschung unseres Gehirns. Auf Fotos ist er gleich groß, sogar minimal kleiner, weil er dann etwas weiter von uns entfernt ist.
Bei Vollmond schläft man schlechter.
UnklarEinige Studien fanden kleine Effekte, andere gar keine. Sicher ist nur: Helles Mondlicht im Schlafzimmer kann stören.